SM Masters (Senioren) und C-Meeting vom 25. August in Bern

-- by Joël Mattle und Claudia Hasler

Euphorisiert durch die Erfolgsmeldung von Viktor Röthlin aus Osaka machten sich am Samstagmorgen drei Senioren, drei Nachwuchsathleten und eine Betreuerin auf den Weg ins Leichtathletikstation Wankdorf. Im Wankdorf-Stadion in Bern fand integriert in ein C-Meeting die Schweizermeisterschaften der Senioren statt. In der Leichtathletik gehört man ab 30 Jahren zu den Senioren. Für den KTV Oberriet starteten Raphael Ammann, Remo Gächter und Markus Mattle.

Nach einer kurzweiligen Fahrt in unsere Landeshauptstadt galt es, sich anzumelden und die Konkurrenz zu studieren. Kurz darauf ging es für Raphael Ammann gleich in den 110 Meter Hürden zur Sache. Nach 80 Metern in seiner Serie vorne, kam er auf den letzten Metern etwas aus dem Rhythmus und musste die Führung preisgeben. Trotzdem gelang ihm mit 16.84 eine gute Zeit.

Für Rebecca Ammann, die fürs Kugelstossen und den Hochsprung gemeldet war, und die 800m Läufer Remo Gächter, Pascal Lüchinger und Joël Mattle blieb genügend Zeit, um das Stade de Suisse gleich nebenan zu besichtigen und einen Blick in die integrierten Shops zu werfen.
Inzwischen nahm der zweite junge und gut aussehende Senior, Markus Mattle, den Speerwurf in Angriff. Aus seinem zweistündigen Wettkampf resultierte eine Weite von 42.72, der 6. Rang und nur 2 Meter am Podest vorbei.
Langsam aber sicher kam auch der Wettkampfbeginn des Hochsprungs näher und Rebecca bereitete sich vor. Unter der Aufsicht von Claudia und Raphael sprang sie ein. Im Wettkampf lief es ihr aber nicht ganz nach Wunsch. Mit der Höhe von 1.45 war sie eher unzufrieden, verständlich bei einer PB von 1.65. Anschliessend an den Hochsprung absolvierte Rebecca das Kugelstossen. Hier erreichte sie mit 11.42 eine Weite die sich zeigen lässt und mit dem 5. Rang in einem starken Feld belohnt wurde.
Der Start für die 800m Läufe war auf 16.00 Uhr angesetzt. Um 16.00 wären auch alle drei Läufer bereit und geladen für ihre Taten gewesen. Nun, die Benützung des Konjunktivs lässt darauf schliessen, dass etwas ganz und gar nicht so lief wie es sollte. Als im Ziel noch laufend 100m Sprinter eintrafen, war klar, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden konnte. Wie gross der Rückstand war wusste niemand. So begann die Zeremonie, die Läufer hassen: Abliegen, Aufstehen, Steigerungsläufe machen, trinken und möglichst locker bleiben. Eine Stunde lang. Joël startete schliesslich in der dritten Serie, obwohl er für die zweite vorgesehen gewesen wäre. Etwas mit der Serieneinteilung war falsch gelaufen. Trotzdem konnte er seine Zeit vom letzten Wochenende mit 2.03.93 bestätigen und war zufrieden. In der vierten Serie wurden Remo und Pascal auf die zwei Bahnrunden geschickt. Die erste Runde absolvierten sie hintereinander laufend in 60 Sekunden, dann fehlte jedoch beiden ein wenig die Kraft. Remo passierte die Ziellinie in 2.07.48 und Pascal in 2.17.82. Remo hätte sich von der Zeit her sicherlich noch etwas mehr erhofft, doch in Anbetracht der ungeplanten Wartezeit und dem erringen des Vize-Schweizermeistertitels in seiner Altersklasse ist er sehr zufrieden mit dem Resultat. Pascal startete zum zweiten Mal an einem 800 m Rennen und konnte seine Bestzeit weiter verbessern.

Während der Wartezeit der Läufer sprang Markus munter in den Sandkasten. In seiner zweiten Disziplin startete er mehr aus Plausch und: relativ weit am Stockerl vorbei. Dies steht als Beweis dafür, dass er sein volles Potenzial nur abrufen kann, wenn auch die Siegeschance intakt ist. Für Raphael hingegen ist der Weitsprung eine seiner beiden Disziplinen, wo er auch vielen jüngeren Athleten noch um die Ohren springt. Mit 6.05 m wurde er souverän Schweizer Meister im Weitsprung der Kategorie M40.

Den krönenden Abschluss bildete der Hochsprung von Raphael. Er gewann zum zweiten Mal an diesem Tag und erzielte gleich auch noch die Tagesbesthöhe aller Senioren! Auf der Höhe von 1.76, an der sich die meisten Konkurrenten schon die Zähne ausbissen, stieg er routiniert in den Wettkampf und zeigte allen wo's langgeht. Die Endhöhe betrug schliesslich 1.88, genau gleich hoch wie vor einer Woche in Frauenfeld. Bravo Raphael!

Zur Gesamtorganisation bleibt zu sagen, dass wir uns allesamt von einer Schweizermeisterschaft mehr Professionalität erhofft hatten. So war Joël zuerst als "nicht angetreten" auf der Rangliste drauf und die Verspätungen zerrten in diesem Ausmass schon an den Nerven. Auch war es den Organisatoren zum Schluss unmöglich eine Ehrung auf dem Feld vorzunehmen. Schade!

Die KTVler aber liessen sich die Laune nicht nehmen und traten den Nachhauseweg an. Je nach dem etwas mehr oder weniger zufrieden mit den Resultaten trafen alle glücklich wieder in Oberriet ein und ein langer, aber erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

Gesamte Rangliste www.la-bern.ch