Schw. Turnfest Zug - Knapp am Sieg vorbei 17./18. Juni 2006

 

--by Markus Hallauer

"Mit dem Bus nach Buchs und mit dem Zug nach Zug". So präzise und gradlinig hat unser Oberturner Remo Gächter die Reise zum Schweizerischen Turnfest angekündigt. Im selben Stil wurde auf den Höhepunkt hingearbeitet. Präzis abgestimmt der Trainings-Fahrplan, gradlinig die Kommentare und Verbesserungshinweise. Das Resultat darf sich sehen lassen…

Der Start ins Abenteuer war jedoch wenig verheissungsvoll. Strömender Regen am Samstagmorgen. Die Sonnenbrille war plötzlich nicht mehr zuoberst auf der Pack-Prioritätenliste. Doch pünktlich zur Besammlung um 08.00 Uhr stoppte der Regen und von da an ging's bergauf. Mit knapp 40 Vereinsmitgliedern (inkl. Damen- und Frauenriege) war der Friedhofparkplatz entgegen seinem Namen doch sehr lebendig. Unsere jüngere Generation hat spontan für Verpflegung (der späteren Natur) gesorgt. Mit dem bis unter die Haube mit Bier gefüllten Kinderwagen wurden bei einigen Frauen deren Muttergefühle ein wenig verwirrt.

In Zug angekommen wurden zuerst die Unterkünfte und Campingmöglichkeit besichtigt. Im Anschluss daran musste Remo Gächter zum Infostand, um unsere gemeldete Stärkeklasse zu ändern. Wegen verschiedensten Absagen war unser Auftritt in der gemeldeten 2. Stärkeklasse nicht mehr möglich. So mussten wir uns in die 3. Stärklasse ummelden.


Instruktionen vor dem Wettkampf

Gruppenphoto vor dem Wettkampf
Ich persönlich nützte in diesem Zusammenhang die Gelegenheit und spreche hier mein Unverständnis aus. Noch nie wurde in der Geschichte eines Turnfestes so exzessiv informiert. Begonnen bei der prov. Anmeldung an der Hauptversammlung wurde praktisch in jeder Turnstunde über den neusten Stand informiert. Vor ca. 2 Monaten wurde etwa 3 oder 4 Mal namentliche Einsatzlisten per Mail versandt. Und am Tage X erscheinen plötzlich Mitglieder nicht, da sie entweder Ferien haben, nicht von der Arbeit können oder mit sonst irgendwelchen Begründungen. Man wusste ein halbes Jahr im Voraus von diesem Termin und es wurde niemand zum Mitmachen gezwungen. Es gibt akzeptable Entschuldigungen, natürlich, aber dass was ich hier gesehen und gehört habe, das darf nicht sein.
Zurück zum Sportlichen. Um 13.40 Uhr wurde der 1. Teil des Sektionswettkampfes gestartet. Dieser umfasste die Pendelstafette mit 14 Personen und die Ballstafette mit 8 Personen. In der Pendelstafette wurde eine überraschend gute Zeit erzielt, welche mit der Punktzahl 9.46 belohnt wurde. Unsere Leute bei der Ballstafette hatten im Gegensatz zum letzten Turnfest in Andwil einen richtig guten Tag. Tolle Zeit, nur ein Fehler was mit einer guten 9.00 goutiert wurde. Amüsant noch der Lauf unserer Sprintkanone Rico Wüst. Er musste gegen eine Frau antreten. Da beide den Start machten, hatten sie sozusagen ein 1:1 Duell. Sie sah schon optisch schnell aus, aber als Rico nach ca. 40 Meter noch keinen wirklichen Vorsprung hatte, staunten wir nicht schlecht. Am Schluss hatte er doch ein wenig mehr Stehvermögen und konnte noch ca. 2 m herausholen. Im Nachhinein wurde bekannt, dass es sich um die amtierende Schw. Meisterin über 100m gehandelt hat. Wow, und die hast du stehen lassen - super Rico!!
Stefan und Claudia bei der Ballstafette

Das Kugelstossteam mit sehr guten Stössen
Der 2. Teil wurde mit den Disziplinen Kugelstossen (8 Personen), Kettenlauf (8 Personen) und Hochsprung (6 Personen) bestritten. Beim Kugelstossen konnten die männlichen Teilnehmer von den enorm stark werfenden Damenvertretung profitieren. Monika Gschwend und Claudia Hasler warfen über die Höchstnote 10 hinaus. Die anderen 3 Damen waren sehr nahe daran. Und wiederum sorgte Rico Wüst für Aufsehen. Diesmal eher der zähnekauenden Art. Seine ersten 2 Versuche setzte er neben den Sektor und uns drohte eine Null. Noch nervöser wurden wir, weil er selber keine Erklärung hatte. Nun galt es einen kontrollierten zurückhaltenden Stoss abzugeben. Die Weite wurde zur Nebensache, er musste einfach gültig sein. Dass es dann trotzdem noch eine gute Weite von über 12.50 m gab, zeigt das eigentliche Potenzial auf, was eigentlich vorhanden gewesen wäre. In Summe ergab dies eine sehr gute 9.45.
Der Hochsprung war dann ein richtiger Knaller. Raphael Ammann war leicht angeschlagen ans Turnfest mitgekommen. Sein persönliches Ziel: kräfteschonend über die Runden zu kommen. Als er nach bereits 4 Versuchen die 1.90 m übersprungen hatte, liessen wir ihn zur Ruhe setzen, zumal es im Oberschenkel schon wieder zu ziehen begann. Man stelle sich vor, was hier noch möglich gewesen wäre. Thomas Dux zeigte endlich wieder einmal, was er auf dem Kasten hat. Mit 1.85 m konnte er voll überzeugen. Ja Thomas, mental muss man eben stark sein…! Und dann waren da noch unsere 2 Damen. Kerstin Dietsche und Fränzi Eugster boten einen Wettkampf vom Feinsten. Beide übersprangen die 1.50 m Marke. Dementsprechend gross war der Jubel. Somit hatten 4 von 6 startenden Personen die Höchstnote 10 erreicht. Am Schluss reichte dies zur super Note 9.50.
Sehr starke Hochspringerinnen und Hochspringer

Christof Meier und Martin Koller stellten sich verdankenswerterweise als Kampfrichter zur Verfügung. Besten Dank!
Der Kettenlauf wurde von der Damenriege bestritten. Nach anfänglicher Unsicherheit über die Zeit und somit über deren Note war man ein wenig nervös geworden. Als man jedoch die Note sah, konnte man aufschnaufen. Der Einsatz wurde mit einer guten 8.24 belohnt.
Als letzten Sektionsteil stand der Weitsprung mit 4, der Schleuderball mit ebenfalls 4 und der 1000m-Lauf mit 7 Personen auf dem Programm. Sicherheitshalber wärmten sich 5 Weitspringer ein. Denn nach wie vor wusste man nicht, ob die Verletzung von Raphael eine Teilnahme zulässt. Nach dem Einspringen gab er dann Entwarnung und somit wurde sein Name als 4. Springer in die Namensliste eingetragen. Anna Herrsche sprang haarscharf an die Bestnote 10 heran. Kerstin Dietsche sprang weit über 5.00 m hinaus und somit auch weit über die Bestnote. Thomas Dux zog seine mentale Phase durch und segelte auf sagenhafte 6.40 m. Ebenfalls Bestnote 10. Und Raphael? Just beim Absprung zum ersten Satz gab's den entscheidenden Zwick. Sprungabbruch und Landung bei 5.02 m. Wie weiter? Ersatzspringer Markus Hallauer hatte die Nagelschuhe bereits unter den Armen und war eigentlich auf dem Weg Richtung Haupttribüne. Nach kurzer interner Absprache entschloss man sich (ausser Sichtweite der Kampfrichter), dass Markus als Raphael weiterspringen soll. Im Anschluss zum Wettkampf gab's ein Interview vom Oberschiedsrichter. Wer nun wer ist, und wer was gesprungen hat. Es ergab sich, dass Markus nun offiziell der Raphael war, und der eigentliche Raphael ein verwirrtes Vereinsmitglied, welches nicht mehr wusste, dass er hier nicht starten durfte. Hat funktioniert…! Ok, vielleicht war's ein wenig gemogelt. Andere Vorschläge? Somit erzielte man hier unsere Tageshöchstnote von 9.73.

Moni und Mega beim "kügele"
Gleichzeitig fand auch der Schleuderball statt, wo 4 KTVlerinnen Jagd auf die Note 10 machten. Claudia, Karin, Moni und Tamara zeigten eine Toppleistung und erzielten mit 9.67 unsere zweithöchsten Note.

Michael, Raphael und Thomas im Hochsprung

Der Abschluss bildete der 1000m Lauf. Angeführt und abgesehen vom Oldie Roman Mattle hatten wir eine doch junge Truppe im Einsatz. Die Läufer taten uns schon ein wenig leid. Bei solch hohen und schwülen Temperaturen einen solchen Effort zu erbringen. Es war super zu sehen, wie sich alle Vereinsmitglieder rund um die 400m Bahn verteilt hatten. So hatten die Läufer praktisch durchgängig Unterstützung. Oberturner Remo Gächter zeigte erneut seine Kämpferqualitäten und kam mit einer super Zeit von 2:45 Min. als erster ins Ziel. Gleich dahinter liefen alle Oberrieter noch unter 03.00 Min. in Ziel. Sackstarke Vorstellung! 2 unserer Youngsters, Stefan Ammann und Joel Mattle hatten dabei ihre Bestzeit verbessert, Stefan gleich um glatte 8 Sekunden. Herzliche Gratulation. Die Verrechnung der Zeiten ergab eine Note von 8.79.
Als Sektionsresultat ergab dies den 2. Platz in der Stärkeklasse 3 mit der sehr guten Note von 27.59. Lediglich 0.65 Punkte hinter dem Sieger. Angesichts der Umstände eine tolle Klassierung. An dieser Stelle ein Dank an Oberturner Remo Gächter. Wir haben die z.T. widrigen Umstände des Anmeldeprozedere bereits angesprochen. Es braucht schon ein dickes Fell um all das locker wegstecken zu können und doch noch mit so viel Elan, Weitsicht und Homor bei der Sache zu sein. Deshalb ist dein Einsatz noch höher zu honorieren. Besten Dank Remo!

Privilegien des Präsidenten??? Rico wird von der späteren Turnfestsiegerin eingecremt.

Kerstin, Siegerin in der Kategorie U20
Der Wahlmehrkampf war auf den Sonntag Morgen angesetzt. Jedoch konnte man diesen bereits am Samstag absolvieren. Wer wenig Einsätze hatte oder schnell zwischen den Sektionsteilen die eine oder andere Disziplin erledigen will, konnte dies so machen. Überraschenderweise nutzten sehr wenig dieses Angebot. So gingen die meisten der 32 Aktivriegler am Sonntagmorgen mit mehr oder weniger Kopfweh an die Sache ran. Zum Schluss durften wir erfreulicherweise einen Sieg vermelden. Kerstin Dietsche hat den Wettkampf der Frauen bis 19 Jahren richtiggehend dominiert. Mit 20 Punkten!! Vorsprung auf die 2. Klassierte. Gratulation und Hut ab!
Man stelle sich nun folgende Situation vor. Es war einmal ein schöner Sonntagmorgen. 32 Aktivriegler des KTV Oberriet gehen beim Wahlmehrkampf an den Start. 90% erst am Sonntagmorgen. Von denen hatte eine beachtliche Anzahl das Bett nie zu Gesicht bekommen. Nach dem Frühstück um 05.30 Uhr wird noch schnell bei einer befreundeten Riege Platz genommen und das Wiedersehen ausgiebig mit Bier gefeiert. Danach bittet der Oberturner zum Wettkampfplatz. Teils Mitglieder verzichten dankend auf ein Einlaufen resp. Einwärmen. Es werden Resultate erzielt, welche einem vor Neid erblassen lassen. Plötzlich werden KTV Aktivriegler Favoriten auf den Gesamtsieg in ihrer Kategorie. Und am Schluss hat die Riege sagenhafte 17 Medallien ergattert. Und das alles an einem schönen Sonntagmorgen…

Mäk Mattle, vor dem Bekanntwerden des Gewinners in der Kategorie 30-40 Jahre, die Hoffnung ist gross, der Sieg schon fast in der Tasche

Dann, die grosse Enttäuschung, das kann doch nur ein Rechnungsfehler sein...
Vielleicht ist die Rangierung für den einen oder anderen ein wenig frustrierend. Vor allem, wenn man den Sieg in Rechnung hatte (Gell, Mäk Mattle). 1,2,3 - tja, war wohl nicht's :.
Schön war's allemal zu sehen, dass wieder alle vollen Einsatz gezeigt haben. So macht's Spass!

 

Die MedalliengewinnerInnen im Wahlmehrkampf: (Die genauen Resultate können hier gefunden werden: www.sportfestzug2006.ch)

Frauen 1 - 19 Jahre (54 Startende):

1. Platz Kerstin Dietsche
12. Platz Anna Herrsche

Frauen 20-29 Jahre (99 Startende):

3. Platz Claudia Hasler
4. Platz Monika Gschwend
5. Platz Karin Büchel
11. Platz Tamara Benz
15. Platz Bettina Brönimann
16. Platz Franziska Eugster

Herren 1 - 19 Jahre (88 Startende):

6. Platz Joel Mattle
9. Platz Raphael Kobler
29. Platz Tiefenauer Florin

Herren 20 - 29 Jahre (175 Startende):

6. Platz Thomas Dux
24. Platz Markus Wenk
31. Platz Dominik Ammann

Herren 30 - 39 Jahre (142 Startende):

6. Platz Markus Mattle
12. Platz Markus Hallauer
31. Platz Remo Gächter