KTV Wander(tor)tour Weisstannental - Oberalp, 5. - 9. Okt. 04


--by Stefan Ammann


Nach vier harten Tagen an der Oberrietner Kilbi, an der manche kaum zu Schlaf kamen, fuhr Manuela "Mäm" Oesch am Dienstagmorgen fünf hartgesottene KTV'ler - nämlich ihr Mann Andy, Rico Wüst, Raphael, Dominik und Stefan Ammann - ins Weisstannental. Da wir fünf nach dem Jugilager und der Kilbi immer noch nicht genug hatten, wollten wir vom genannten Tal bis hin zur Hütte von Raphael auf dem Oberalppass gehen, natürlich nicht mit dem Auto, sondern zu Fuss mit Sack und Pack.

Pünktlich um 8.15 Uhr marschierten wir bei schönstem Herbstwetter los. Die Route führte zunächst auf den Foopass (2223m), wo wir mit einer herrlichen Aussicht beschert wurden. Es folgte der Abstieg nach Elm, bei dem wir zwischendurch unseren z'Mittag aus dem Rucksack mitten in der Natur genossen. Um 14.00 Uhr waren wir dann bereits in Elm. Pünktlich wie immer, denn der Dorfladen öffnete gerade und wir konnten uns kurz mit Proviant eindecken. Anschliessend fuhren wir mit der Gondelbahn zur Mittelstation Ämpächli und genossen dort ein feines Bier. Nun wartete auf uns noch ein Fussmarsch zur Skihütte Erbsalp, Obererbs (1700m). Dort quartierten wir uns nach ca. 6 h Wanderung ein und genossen die "Gschwelti", die es zum z'Nacht gab. Bei einem Molotof-Jass liessen wir den Tag ausklingen. Und man glaube es oder nicht, um 21 Uhr hauten wir uns bereits aufs Ohr. Dies mit grossem Respekt vor dem nächsten Tag, denn Lilo kündigte an: "Ou, morn weards streng!"

Nach dem Frühstück machten wir uns am Tag 2 - dem Tag der Wahrheit - um 7.30 Uhr auf den Weg und peilten den Richetlipass (2267m) an. Dort stärkten wir uns kurz und nahmen dann den langen Abstieg nach Linthal (600m) in Angriff. Wir gönnten uns in einem Restaurant eine etwas dickflüssig geratene Gemüsesuppe, und kauften noch Verpflegungsnachschub in der Bäckerei. Vor dem Laden wartete dann bereits unser Taxi auf uns, das uns nach Tierfehd (800m) chauffierte. Von dort mussten wir nun noch den Schlussaufstieg zur Claridenhütte (2457m) meistern. Völlig verschwitzt angekommen, hatte es leider nur ein Schneefeld neben der Hütte, um sich zu waschen. Ohne langes Überlegen zogen wir uns halt ohne Waschen um und hockten in die nicht allzu warme Stube. Aber ich glaube es störte auch niemanden von uns, dass wir uns nicht waschen konnten, denn es "dufteten" ja alle gleich. Wir freuten uns dann erschöpft von den 7,5 h Marschzeit und den Strapazen des Aufstieges umso mehr auf die Bratwurst und die Nudeln, die uns zusammen mit einer Suppe und Salat serviert wurde. Es war zum Tagesabschluss natürlich wieder ein Molotof angesagt, aber irgendwie hatten wir nun schon zwei Tage immer den gleichen Verlierer, nämlich Andy. Um 21.30 Uhr sprangen wir dann bereits wieder in die Federn. Und was prophezeite Lilo? "Ou, morn weards lang!"

Am 3. Tag marschierten wir dann wieder um 7.30 Uhr los und entgegen des Wetterberichtes, der ziemlich mieses Wetter voraussagte, hatten wir dank des Föhns wieder schönstes Wetter. Da wir um 14.50 Uhr in Unterschächen das Postauto erwischen mussten, war heute nix mit langen Pausen. Mit flüchtigem Fuss passierten wir den Fisetenpass (22xxm) und den Klausenpass (1948m). Rechtzeitig auf dem Postauto, liessen wir uns nach Altdorf fahren, wo wir einen kleinen Zwischenstopp einlegten, um uns mit frischen Esswaren und Getränken einzudecken. Danach nahmen wir den Linienbus nach Gurtnellen (600m), von wo wir noch zur Träschhütte (1450m) laufen mussten. Da wir im Aufstieg den Turbo zündeten, kamen alle "bachnass" bei der Hütte an und waren froh, dass draussen eine Waschgelegenheit zur Verfügung stand. Das eiskalte Wasser hielt niemanden vor einem dringend nötigen "Waschgang" ab. Nach einem wirklich langen Tag und über 8 h Wanderung, gab es zum z'Nacht in der gut geheizten Stube Salat, Nudeln mit Geschnetzeltem und sogar Fruchtsalat zum Dessert. Da Lilo versprach: "Ou, morn weards locker!", blieben wir noch ein wenig auf und verwerteten noch unser "Münz" bei Molotof und "Hosen-abe".

Um 8 Uhr nahmen wir an unserem letzten Wandertag den Aufstieg zur Fellilücke (2478m), dem höchsten Punkt unserer Tour, in Angriff. Das Wetter zeigte sich natürlich wieder von der guten Seite. Oben angekommen verputzten wir noch unsere übrig gebliebenen Essensresten und brauchten dann doch noch unsere Kappen und Handschuhe, da ein eiskalter Wind über die Kuppe wehte. Nur Lilo musste natürlich den Harten heraushängen und beliess es bei einem T-Shirt. Nun machten wir uns auf den Weg fürs Finale und stiegen herunter auf den Oberalppass (2044m), wo uns bereits Eva und Manuela mit den Kindern erwarteten. Nachdem wir ihnen genug "Saich" erzählt hatten, beschlossen wir uns - als hätten wir noch nicht genug Höhenmeter in den Beinen gehabt - auf dem Weg zur Hütte von Raphael noch einen letzten Abstecher zu wagen, nämlich zu einem Kieshang auf 2400m Höhe, wo wir nach Kristallen suchten. Nach etwa 5,5 h Marsch kamen wir um 17.00 Uhr dann gerade rechtzeitig nach Scharina zum Nachtessen im "Maiensäss" von Ammanns. Am Abend konnten wir dann bei heftiger Diskussion über die vergangenen Tage auch endlich die Schnapszahlen-Runden von all den Jässen in Form von Zwetschgen-Lutz einlösen.

Zufrieden über das Vollbrachte konnten wir den Samstagmorgen als Abschluss vor der Hütte bei schönstem Wetter geniessen, bevor die Rückreise mit dem KTV-Bus angetreten wurde. Abschliessend kann nur gesagt werden, dass die Wandertour ein voller Erfolg ohne Zwischenfälle war, dies natürlich nur dank der tadellosen Organisation von Andy und Lilo, sowie der Bereitstellung der Hütte auf dem Oberalp durch Raphael. Das KTV Dream-Team meisterte die Prüfung ganz nach dem Motto; wenn Engel reisen, scheint die Sonne.