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--by
Stefan Ammann
Nach vier harten Tagen an der Oberrietner Kilbi, an der manche kaum
zu Schlaf kamen, fuhr Manuela "Mäm" Oesch am Dienstagmorgen
fünf hartgesottene KTV'ler - nämlich ihr Mann Andy, Rico
Wüst, Raphael, Dominik und Stefan Ammann - ins Weisstannental.
Da wir fünf nach dem Jugilager und der Kilbi immer noch nicht
genug hatten, wollten wir vom genannten Tal bis hin zur Hütte
von Raphael auf dem Oberalppass gehen, natürlich nicht mit
dem Auto, sondern zu Fuss mit Sack und Pack.
Pünktlich
um 8.15 Uhr marschierten wir bei schönstem Herbstwetter los.
Die Route führte zunächst auf den Foopass (2223m), wo
wir mit einer herrlichen Aussicht beschert wurden. Es folgte der
Abstieg nach Elm, bei dem wir zwischendurch unseren z'Mittag aus
dem Rucksack mitten in der Natur genossen. Um 14.00 Uhr waren wir
dann bereits in Elm. Pünktlich wie immer, denn der Dorfladen
öffnete gerade und wir konnten uns kurz mit Proviant eindecken.
Anschliessend fuhren wir mit der Gondelbahn zur Mittelstation Ämpächli
und genossen dort ein feines Bier. Nun wartete auf uns noch ein
Fussmarsch zur Skihütte Erbsalp, Obererbs (1700m). Dort quartierten
wir uns nach ca. 6 h Wanderung ein und genossen die "Gschwelti",
die es zum z'Nacht gab. Bei einem Molotof-Jass liessen wir den Tag
ausklingen. Und man glaube es oder nicht, um 21 Uhr hauten wir uns
bereits aufs Ohr. Dies mit grossem Respekt vor dem nächsten
Tag, denn Lilo kündigte an: "Ou, morn weards streng!"

Nach
dem Frühstück machten wir uns am Tag 2 - dem Tag der Wahrheit
- um 7.30 Uhr auf den Weg und peilten den Richetlipass (2267m) an.
Dort stärkten wir uns kurz und nahmen dann den langen Abstieg
nach Linthal (600m) in Angriff. Wir gönnten uns in einem Restaurant
eine etwas dickflüssig geratene Gemüsesuppe, und kauften
noch Verpflegungsnachschub in der Bäckerei. Vor dem Laden wartete
dann bereits unser Taxi auf uns, das uns nach Tierfehd (800m) chauffierte.
Von dort mussten wir nun noch den Schlussaufstieg zur Claridenhütte
(2457m) meistern. Völlig verschwitzt angekommen, hatte es leider
nur ein Schneefeld neben der Hütte, um sich zu waschen. Ohne
langes Überlegen zogen wir uns halt ohne Waschen um und hockten
in die nicht allzu warme Stube. Aber ich glaube es störte auch
niemanden von uns, dass wir uns nicht waschen konnten, denn es "dufteten"
ja alle gleich. Wir freuten uns dann erschöpft von den 7,5
h Marschzeit und den Strapazen des Aufstieges umso mehr auf die
Bratwurst und die Nudeln, die uns zusammen mit einer Suppe und Salat
serviert wurde. Es war zum Tagesabschluss natürlich wieder
ein Molotof angesagt, aber irgendwie hatten wir nun schon zwei Tage
immer den gleichen Verlierer, nämlich Andy. Um 21.30 Uhr sprangen
wir dann bereits wieder in die Federn. Und was prophezeite Lilo?
"Ou, morn weards lang!"

Am
3. Tag marschierten wir dann wieder um 7.30 Uhr los und entgegen
des Wetterberichtes, der ziemlich mieses Wetter voraussagte, hatten
wir dank des Föhns wieder schönstes Wetter. Da wir um
14.50 Uhr in Unterschächen das Postauto erwischen mussten,
war heute nix mit langen Pausen. Mit flüchtigem Fuss passierten
wir den Fisetenpass (22xxm) und den Klausenpass (1948m). Rechtzeitig
auf dem Postauto, liessen wir uns nach Altdorf fahren, wo wir einen
kleinen Zwischenstopp einlegten, um uns mit frischen Esswaren und
Getränken einzudecken. Danach nahmen wir den Linienbus nach
Gurtnellen (600m), von wo wir noch zur Träschhütte (1450m)
laufen mussten. Da wir im Aufstieg den Turbo zündeten, kamen
alle "bachnass" bei der Hütte an und waren froh,
dass draussen eine Waschgelegenheit zur Verfügung stand. Das
eiskalte Wasser hielt niemanden vor einem dringend nötigen
"Waschgang" ab. Nach einem wirklich langen Tag und über
8 h Wanderung, gab es zum z'Nacht in der gut geheizten Stube Salat,
Nudeln mit Geschnetzeltem und sogar Fruchtsalat zum Dessert. Da
Lilo versprach: "Ou, morn weards locker!", blieben wir
noch ein wenig auf und verwerteten noch unser "Münz"
bei Molotof und "Hosen-abe".

Um
8 Uhr nahmen wir an unserem letzten Wandertag den Aufstieg zur Fellilücke
(2478m), dem höchsten Punkt unserer Tour, in Angriff. Das Wetter
zeigte sich natürlich wieder von der guten Seite. Oben angekommen
verputzten wir noch unsere übrig gebliebenen Essensresten und
brauchten dann doch noch unsere Kappen und Handschuhe, da ein eiskalter
Wind über die Kuppe wehte. Nur Lilo musste natürlich den
Harten heraushängen und beliess es bei einem T-Shirt. Nun machten
wir uns auf den Weg fürs Finale und stiegen herunter auf den
Oberalppass (2044m), wo uns bereits Eva und Manuela mit den Kindern
erwarteten. Nachdem wir ihnen genug "Saich" erzählt
hatten, beschlossen wir uns - als hätten wir noch nicht genug
Höhenmeter in den Beinen gehabt - auf dem Weg zur Hütte
von Raphael noch einen letzten Abstecher zu wagen, nämlich
zu einem Kieshang auf 2400m Höhe, wo wir nach Kristallen suchten.
Nach etwa 5,5 h Marsch kamen wir um 17.00 Uhr dann gerade rechtzeitig
nach Scharina zum Nachtessen im "Maiensäss" von Ammanns.
Am Abend konnten wir dann bei heftiger Diskussion über die
vergangenen Tage auch endlich die Schnapszahlen-Runden von all den
Jässen in Form von Zwetschgen-Lutz einlösen.

Zufrieden
über das Vollbrachte konnten wir den Samstagmorgen als Abschluss
vor der Hütte bei schönstem Wetter geniessen, bevor die
Rückreise mit dem KTV-Bus angetreten wurde. Abschliessend kann
nur gesagt werden, dass die Wandertour ein voller Erfolg ohne Zwischenfälle
war, dies natürlich nur dank der tadellosen Organisation von
Andy und Lilo, sowie der Bereitstellung der Hütte auf dem Oberalp
durch Raphael. Das KTV Dream-Team meisterte die Prüfung ganz
nach dem Motto; wenn Engel reisen, scheint die Sonne.
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